Viele Deutsche leben in zu kleinen Wohnungen

  • 2 Jahren vor
  • 1

In vielen Haushalten gibt es zu wenige Zimmer im Verhältnis zur Personenzahl. Das heißt konkret: 7 Prozent der Bevölkerung leben in überbelegten Wohnungen. Das teilte das Statische Bundesamt am 14.Januar 2019 mit. Die bundesweite Überbelegungsquote ist damit genauso hoch wie im Vorjahr. Wann gilt eine Wohnung als überbelegt? Laut Definition ist das gegeben, wenn es mindestens einen der folgenden Räume nicht gibt: einen Gemeinschaftsraum, einen Raum pro Paar, das in dem Haushalt lebt, einen Raum pro weiterer Person ab 18 Jahren, einen Raum für zwei Kinder unter 12 Jahren, einen Raum für zwei Kinder desselben Geschlechts zwischen 12 und 17 Jahren, einen Raum je Kind zwischen 12 und 17 Jahren, wenn sie unterschiedlichen Geschlechts sind.

Wann gilt eine Wohnung als überbelegt?

Konkrete Beispiele für eine Überbelegung wären Wohnungen, in denen sich drei Kinder ein Kinderzimmer teilen, sich Bruder und Schwester, beide im Teenageralter, ein Kinderzimmer teilen oder Eltern das Wohnzimmer gleichzeitig als ihren Schlafraum nutzen.

Armutsgefährdete Personen sowie Alleinerziehende und ihre Kinder sind von Überbelegung besonders betroffen. Erwachsene mit ausländischem Pass (17 Prozent) leben ebenfalls deutlich häufiger auf engem Raum als Erwachsene mit deutschem Pass (6 Prozent). In Städten war die Bevölkerung mit einem Anteil von 11 Prozent rund drei Mal so häufig von Wohnraummangel betroffen wie in ländlichen Gebieten (4 Prozent).

Wohnraummangel im europäischen Ausland noch größer

In den Nachbarländern ist der Wohnraummangel im Jahr 2017 zum Teil noch deutlich größer. Das zeigen Vergleichsdaten der EU-Statistikbehörde Eurostat. So lebten zum Beispiel in Polen 41 Prozent der Bevölkerung in einer überbelegten Wohnung. In Österreich waren es 15 Prozent und in Frankreich 8 Prozent der Bevölkerung. Niedriger als in Deutschland lag die Quote in den Niederlanden (4 Prozent). EU-weit am geringsten waren die Überbelegungsquoten in Zypern und Malta (je 3 Prozent). Der EU-Durchschnitt betrug 16 Prozent. Ebenso wie in Deutschland war im EU-Durchschnitt die Überbelegungsquote unter armutsgefährdeten Personen und Erwachsenen mit ausländischem Pass (je 27 Prozent) sowie Alleinerziehenden und ihren Kindern (23 Prozent) überdurchschnittlich hoch.

Die Ergebnisse zur Überbelegung stammen aus der europaweiten Erhebung EU-SILC und können in der Eurostat-Datenbank im EU-Vergleich sowie nach Einkommen, nach Haushaltstyp, nach Staatsbürgerschaft und nach Verstädterungsgrad abgerufen werden. Daten für einzelne Städte und Gemeinden gibt es leider nicht.

Vergleiche Einträge

Vergleichen