Den Harz durch Künstleraugen sehen

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“Der Harz. Faszinierende Landschaft in der Grafik”. Unter diesem Titel wird derzeit eine bedeutende Grafik-Sammlung in Wernigerode gezeigt.

Die Galerie 1530 stellt dafür circa 100 großformatige Harzansichten aus. Der gebürtige Goslarer und Wahlhamburger Dr. Peter Bode hat diese Werke in mehr als fünf Jahrzehnten zusammengetragen und stellt diese nun der Stadt für eine Schau zur Verfügung.

Harzansichten von 1780-1830

Die ausgestellten Grafiken machen allerdings nur einen Teil der Sammlung Bodes’ aus und stammen aus den Jahren 1780 bis 1830. Das ist die Zeit, in der die Entwicklung des Harz-Tourismus begann. Nach Goethes Vorbild, auf der Suche nach dem Genuss der Natur und um den sagenumwobenen Brocken zu entdecken kamen immer mehr Menschen in den Harz. “Der Drang der Menschen, zu reisen, zog veränderte Ansprüche an die Grafik mit sich”, erklärte Rainer Schulze, der Vorstand der Kulturstiftung Wernigerode in der ‘Volkstimme’. “Es gab immer mehr Touristen, die ein Souvenir aus dem Harz mit nach Hause nehmen wollten.”

Ohne Kopierer und ohne Fotoapparate, war es nur mit Hilfe von Radierungen möglich, Andenken in hoher Stückzahl zu produzieren. Im Gegensatz zu damals gängigen Ölgemälden war es damit möglich, die selbe Zeichnung, nahezu identisch, in vertretbaren Kaufpreisen anzubieten.

“Es war eine überschaubare Menge von 20 Künstlern – darunter Pascha Johann Friedrich Weitsch, Friedrich Hieronymus Spörer, Johann Philipp Ganz, Johann Christian Eberlein und Christian Gottlob Morasch und zehn Verleger, die die Radierungen produzierten”, so Schulze. Trotzdem seien Grafiken aus dieser Zeit heute eher selten zu finden, denn mehr als 150 Abzüge haben sich damals von einer Platte auch nicht herstellen lassen.

Die Highlights des Harzes als Radierung

Deswegen sind sie heute auch so wertvoll. Auf den Bilder kann man das nachempfinden, was die Besucher damals sehen wollten: Schlösser und Festungen, Ortsansichten von Blankenburg, Goslar, Wernigerode oder Ilsenburg. Obendrein die spektakulärsten Harzer Landschaften die Rosstrappe, wie Bodetal, die Schnarcherklippen, den Ilsestein, den Brockenoder die Schnarcherklippen. Technische Errungenschaften auf die man damals besonders stolz war, wie Walzwerke, Eisenhütten und Steinbrüche sind natürlich auch zu sehen.

Die Ausstellung zeigt nicht nur die Werke sondern informiert auch über deren Herstellung und die verschiedenen Erscheinungsformen. “Das waren zum Teil richtige Meister, die Radierungen gehen weit über das Abbilden von Natur und Landschaft hinaus”, weiß Rainer Schulze.

Der Kunstsammler Peter Bode, inzwischen hoch betagt, freut es sehr, dass seine Sammlung nun in der Galerie zu besichtigen ist. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass Bode Werke zu Ausstellungen beisteuert. Schon in der Brockenausstellung “Die Entdeckung und Eroberung eines Berges”, 2014, waren Bilder aus seiner Sammlung zu sehen. Er besitzt allein an die 1000 Werke, die in den kommenden Jahren noch ausgestellt werden sollen. Letztlich sollen seine Harzgrafiken als Schenkung an die Kulturstiftung Wernigerode gehen.

Noch bis Anfang November kann die Ausstellung in der Galerie 1530, Marktstraße 1, in Wernigerode besichtigt werden. Dienstag bis Freitag, 14-17 Uhr, Samstags 11-17 Uhr.

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