Mit globaler Planung wird Sonnenstrom richtig effizient

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Als einzige erneuerbare Energieform kann Sonnenstrom den heutigen Energiebedarf um ein Vielfaches decken. Theoretisch. Denn da die Sonne nicht immer und überall in gleichem Maße scheint, entstehen Versorgungslücken. In mitteleuropäischen und nordeuropäischen Breiten vor allem im Winter, während solar-elektrische (fotovoltaische) Anlagen zu Spitzenzeiten, wie im Sommer, Überschüsse produzieren. Das macht die Sonne, als eigentlich unerschöpfliche und kostenlose Energiequelle zum unzuverlässigen Partner.

Forscher entwickeln Planungstool für Sonnenenergie

Doch damit soll nun Schluss sein. Wissenschaftler am Wegener Center der Universität Graz haben ein Planungstool entwickelt, mit dem Energieversorgungsunternehmen Sonnenstrom effizient und kontinuierlich nutzen können. Anstatt Sonnenenergie mit anderen Energieträgern zu ergänzen, schlägt Karl Steininger vom Institut für Volkswirtschaftslehre in Graz im Gespräch mit der Österreichischen Presseagentur vor, Energie, die gerade nicht gebraucht wird, auf überregionaler, bis hin zur transkontinentalen Ebene in einem Netzwerk auszutauschen.

Kombination von Kollektoren weltweit

Mit einem Analyseinstrument, dass Steininger und Kollegen entwickelt haben, lässt sich erheben, welche Kombination von Kollektor- und Speichergröße je nach Standort am ökonomisch sinnvollsten ist. Ein theoretisches Modell aus den Wirtschaftswissenschaften zur Planung von konstanten Output-Niveaus und NASA-Daten zur Sonneneinstrahlung aus den letzten zwanzig Jahren wurden Pate der Idee. So kann man mit Hilfe des neuen Instrumentariums auch vorhersagen, welche internationalen Standorte von Fotovoltaikanlagen im Sinne der Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit miteinander verbunden werden sollten: “Kombiniere ich ausreichend entfernte Punkte im Westen und Osten, ist an einem Standort immer Sonnenlicht und so kann Überschuss an Standorte abgeleitet werden, an denen die Sonne gerade nicht scheint”, so Steininger.

Da die Leitungskosten derzeit geringer seien als die Preise für Stromspeicher, und die Preise für Module schneller fallen würden, als die der Speichertechnologien, sei die Herangehensweise von Steiniger auf jeden Fall sinnvoll.

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